VANESSA-MAE “CHOREOGRAPHY”

 

 

Vanessa-Mae - Choreography

Gleich vorneweg: Es ist eine der Platten, die ich auf die einsame Insel mitnehmen würde, müsste ich eine Auswahl - sagen wir mal - von 20 CDs treffen. Choreography dominierte meine eigenen Alben-Charts für drei Jahre, wurde dann rausgenommen und in die “Hall Of CD-Fame” gesteckt. Amüsiert? Die Platte erschien 2004 und seitdem hat es nichts Neues mehr von Vanessa-Mae gegeben, den Grund dafür verstehe ich: Diese CD ist nicht zu toppen!

 

 

 

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TITELVERZEICHNIS:

Sabre Dance
Roxane’s Veil
Bolero For Violin And Orchestra
Tango De Los Exilados
The Havana Slide
Emerald Tiger
Tribal Gathering
Raga’s Dance
Moroccan Roll
Handel’s Minuet

Note:

1,5
1,875
1,5
1,5
1,5
1,5
1,5
1,5
1,25
2

Time

6:01
4:42
5:06
3:55
3:45
3:50
3:37
5:26
3:08
3:50

 

 

Beginnen tut’s mit dem Säbeltanz von “Khachaturian”, den ich selbstverständlich schon in mehreren Versionen von den unterschiedlichsten Künstlern gehört habe. Diese Aufnahme ist lieblich (Vanessa-Mae in den ruhigen Passagen), dominant muskulös (wenn das Tempo anzieht) und majestätisch monumental (wenn die arabisch-sinfonischen Melodielinien hinzukommen). “Sabre Dance” - ein klasse Einstieg in die “Choreographie” von Vanessa-Mae!

Romantische Klangwellen erschallen die Räumlichkeiten. Verträumtheit - ein stehender wabernder Sound sorgt für Anmut und den vierminütigen Beweis, wie traumhaft schön Musik aus der Feder von Vangelis sein kann. Arrangiert und produziert hat er das Stück selbst und man glaubt, dass Vanessa zum esoterischen Sound mit ihren Violine auf den Wolken über uns schwebt. Ihre Melodieführung zittert, tanzt luftig und wird vom einsteigenden Chor noch eine Sphäre höher getragen. “Roxane’s Veil” - eine wunderschöne Ballade zum Träumen.

Im Gegensatz zum allseits bekannten Bolero passiert hier beim “Bolero For Violin And Orchestra” gleich von Beginn an einiges.Die Vielseitigkeit der 10 Stücke auf der CD wird fortgesetzt im “Tango De Los Exilados”. Musikfreunde werden in südamerikanische Musikbereiche geführt. Natürlich ist das Royal Philharmonic Orchestra dabei, die Gäste hier heissen Vicotr Villena am Bandoneon und der renommierte Gitarrist Alejando Schwarz an der akustischen Gitarre.

Die musikalische Reise wird einige Seemeilen weiter südwärts fortgesetzt. “The Havana Slide” praktiziert kubanischen Salsa und hier werden die typischen Instrumenten dieser Stilrichtung eingesetzt. Congas (Emeris Solis), Trompete (Paul Jayasinha),Flöte (Martin Harman) und Timbales (Davide Giovannini) sorgen für fetzige Stimmung und arrangiert und produziert hat Pianist Jon Cohen. Die Hauptperson Vanessa-Mae ordnet sich hier interessanter Weise dem Gesamtsound unter. Ein europäisch-irisch-gälisches Monument setzt Bill Whelan, der “Emerald Tiger” komponiert und gleichzeitig auch produziert hat.

Fast brachiale Bläsersätze starten “Tribal Gathering”, das von seiner Lebhaftigkeit und vor allem die Percussion von Fergus Gerrand. Hier zelebriert Vanessa-Mae den Höhepunkt mit jagenden Sololäufen, die dem Orchester immer wieder die Gelegenheit geben, auf zu schliessen, um dann wieder in rasendem Tempo voraus zu eilen. Viel zu kurz das Stück - meiner Meinung. Schade!

Es wird wieder weltmusikalisch. Indien ist an der Reihe: Es ist eine Herausforderung, aus den 10 Stücken eines zu küren, das allen voran steht - ich mache es trotzdem! “Raga’s Dance” ist mein Lieblingsstück auf “Choreographie”. Und jetzt, als ich - 5 Jahre später beim Eintippen - den Namen des Produzenten lese - (da Leg’st Di nieder!) - es ist A. R. Rahman, der erst kürzlich mit dem aussergewöhnlichen Soundtrack zum filmischen Drama “Slumdog Millionaire” weltweit auf sich aufmerksam machte. “No Wonder”, dass ich von diesem Stück hier schon immer fasziniert gewesen bin. So klein ist manchmal die musikalische Welt! Tolle vokalistische Perkussion gibt es hier von Malashmi und Deepa Narayan. Weitere Instrumente werden gespielt von Srivnikas (Mirthangam) und Umashankar (Ganjira).

Up-Beat gibt’s im “Moroccan Roll”, das zu Beginn einen Ska-ähnlichen Rhythmus vorgibt, dem die Perkussionisten Salah Dawson Miller und Jon Cohen folgen, hier setzt wieder das Royal Philharmonic Orchestra wunderbare schwermütige - fast sinistre - Melodiebügen drüber - und dann holt Vanessa-Mae nach 2 Minuten und 16 Sekunden tief Luft - und spielt ein ergreifendes Solo, das noch mal zeigt, warum sie zur ersten Sahne aller lebenden Geigerinnen gehört.

FAZIT:

Natürlich gibt es Kritiker (?!), die versuchen werden, diese Platte rational zu erklären und zu beschreiben, da setzt es aber bei mir aus. Die Musik der CD Choreography setzt bei mir Gefühle und Emotionen frei und versetzt mich (und ich denke auch andere Musikliebhaber) in einen begeisterten Rausch, in dem es schwierig ist, sich dieser geballten Intensität zu entziehen. Eine meiner Platten für die einsame Insel.

Produced by various producers

Personal:
diverse Musiker auf den verschiedenen Tracks
(siehe Beschreibung der einzelnen Stücke)

Veröffentlichung: 2004 (Sony Classical Music)

KAUFEMPFEHLUNG:  KKKKKKKKKK